Test von Mega: Kim Dotcom lässt verschlüsseln – Alle Infos über den neuen Dienst

MEGA on MBPIn wenigen Stunden geht Mega online. Die Seite mit welcher Kim Dotcom wieder gross rauskommen möchte.

Der Vorgänger Megaupload war der bekannteste File Sharing Dienst im Internet bis er vor genau einem Jahr vom FBI geschlossen wurde.

Nun ist der Hacker, Millionär und Internet Freak Kim Dotcom mit einem neuen Projekt am Start.

Eigentlich ist Mega nichts anderes als Dropbox, Google Drive, Box und Co. Ein Online Speicher auf welchen via Web Browser zugegriffen werden kann. Damit unterscheidet sich Mega vom Vorgänger Megaupload.

Wer Kim Dotcom kennt, weiss aber das bei ihm alles ein bisschen grösser sein muss. So bekommt man bei Mega gleich 50 GB Speicher geschenkt und kann für wenig Geld bis auf 4 TB Cloud Speicherplatz aufrüsten.

Ich habe den Dienst nun schon 2 Tage testen können und schreibe euch hier mal meine ersten Erfahrungen:

MEGA Sign Up ScreenDas Besondere an Mega ist die Verschlüsselung. Damit wird nicht nur der Datenverkehr von und zu Mega sondern auch die Files selber verschlüsselt. Das geschieht jedoch nicht bei Mega sondern direkt im Browser des Benutzers.

Durch dieses Verfahren kann Mega die Daten nicht selber entschlüsseln, sieht ergo auch nicht was die Benutzer hochladen und kann daher auch nicht für Urheberrechtsverstösse seiner Kunden haftbar gemacht werden.

Mit diesem Trick versucht Kim Dotcom einem ähnlichen Debakel wie bei Megaupload zu entgehen.

Gleich nach der Anmeldung wird daher der persönliche 2048 Bit RSA Key generiert mit welchem die Daten des persönlichen Mega Accounts verschlüsselt werden:

MEGA RSA KeyGleich danach findet man sich auf einer schicken, modernen Webseite wieder und landet gleich im File Manager. Dort können Ordner angelegt, Daten bearbeitet und gelöscht werden. Und natürlich lassen sich Daten via Drag & Drop in die Mega Cloud befördern.

Ich habe seit gestern ungefähr 15 GB Daten hochgeladen und bin vom Speed begeistert. Ich konnte meinen 10MBit Upload praktisch voll ausschöpfen.

Das mag daran liegen, dass bisher erst einige wenige Benutzer Mega testen konnten und kann morgen schon ganz anders aussehen, aber bisher habe ich noch nie einen so schnellen Cloud Speicher angetroffen.

MEGA Upload

Bisher lässt sich nur via Webbrowser auf Mega zugreifen. Noch gibt es keine Client Apps. Da aber eine API integriert ist können Entwickler ab sofort damit beginnen Mega in ihre Apps einzubauen. Spätestens wenn sichere Programme für Mac, Windows und Co. erscheinen könnte Dropbox ein Problem bekommen.

Sharing:

Natürlich lassen sich Daten via Mega auch weiter geben. Schliesslich hat Kim Dotcom damit bei Megaupload unglaublich viel Geld verdient.

Es können ganze Ordner freigegeben werden oder einzelne Files. Wer einen Ordner freigibt wählt einfach die E-Mail Adresse an welche der Link versendet werden soll und stellt die gewünschten Zugriffsrechte ein:

MEGA Sharing Folder

Es lassen sich aber auch einzelne Files direkt via Link versenden. Dabei gilt es zu beachten, dass wegen der Verschlüsselung immer neben dem Link auch der benötigte Zugriffsschlüssel mitgegeben werden muss.

Dieser muss auch sichere Art und Weise dem Gegenüber mitgeteilt werden:

MEGA Sharing File LinkBevor die andere Person das File nun runterladen kann muss diese den geheomen Schlüssel eingeben welcher dieses File (und nur dieses) entschlüsselt:

MEGA Sharing Download FileTönt jetzt alles komplizierter als es ist. Man kann auch einen File Link mit dem geheimen Key drin generieren lassen.

Fazit:

Kim Dotcom hat etwas geschafft, was bisher kein Cloud Anbieter gewagt hat: Einen komplett verschlüsselten Dienst. Weder der Anbieter Mega, noch die Ermittlungsbehörden in den USA sollen den Code knacken können. Ironischerweise könnte Mega damit genau zum sicherem Hafen geklauter Daten aller Art werden. Etwas was die Content Industrie sicher nicht wollte als sie den Vorgänger Dienst Megaupload vor einem Jahr dicht gemacht haben.

Schon erstaunlich das gerade so eine schillernde und umstrittene Figur wie Kim Dotcom so einen Dienst macht und damit allen anderen Anbietern, von Google bis Amazon eine lange Nase dreht.

Ich bin sicher, dass die Verschlüsselung in den nächsten Tagen und Wochen von verschiedensten Seiten genau unter die Lupe genommen wird. Ebenso sicher bin ich, dass Kim hier saubere und vor allem sichere Arbeit abgeliefert hat. Ihm ist am meisten daran gelegen, dass unsere Daten (legale wie auch illegale) sicher gespeichert sind.

Das ist schon mal keine schlechte Vorraussetzung und wenn die super schnelle Anbindung weiterhin so stabil bleibt werde ich wohl das eine oder andere (legale) Gigabyte in Neuseeland speichern in Zukunft

Wie siehts bei euch aus ? Dropbox adé oder lieber noch abwarten ?

(Update 20.1.19:00 Uhr): Inzwischen ist Mega gestartet und für alle offen. Der Andrang ist seit rund 24 Stunden aber so hoch, dass die Seite nur sehr langsam lädt und sich Dateien praktisch nicht mehr in die Cloud laden lassen.

[ad#Google_Adsense_Media]

11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Mega-Search: Suchmaschine für Kim Dotcoms Mega » JCFRICKs Tech Blog

  2. Pingback: Meine Lesetipps: Februar 91 Links - webdesign

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.