Buchrezension: Mobile Anwendungen mit Android

Das Buch hat zum Ziel, den Leser in das Programmieren von Android-Apps einzuführen. Voraussetzung dazu ist, dass der Leser bereits Erfahrung im Programmieren mit Java hat und die Entwicklungsumgebung Eclipse gut kennt.

Das erste Kapitel gibt einen Überblick über den Werdegang des Verfassers und die Entstehungsgeschichte von Android. Zudem zeigt es kurz auf, wie heutige Smartphones und Tablet Computer beschaffen sind, welche internen „Geräte“ und Sensoren sie bieten, und welche Möglichkeiten die heutigen Grafik-Oberflächen diese Smartphones und Tablets bieten. Dies gibt dem Leser ein erstes Gefühl dafür, für was für eine „Maschine“ er seine Programme schreiben wird.

Im zweiten Kapitel wird die Entwicklungsumgebung (Java, Eclipse, das Android Development Tool Set ADT sowie auch kurz der Android Emulator und sein Gebrauch vorgestellt. Dieses Kapitel ist sehr hilfreich für den Neueinsteiger, denn es zeigt mit vielen Screen-Shots schrittweise, wie die ganze Installation und Inbetriebnahme vor sich gehen soll. Wie immer hat sich mit den neuesten Versionen der ADT und von Eclipse das Handling in den Details bereits wieder etwas verändert, aber mit der Anleitung des Buches sind auch diese Abweichungen gut zu „überstehen“.

Das nachfolgende dritte Kapitel bildet den weitaus grössten Teil des Buches (mehr als die Hälfte der insgesamt 464 Seiten) und behandelt das Vorgehen bei der Programmierung anhand der einzelnen Konzepte von Android. Hier ist der Leser gut beraten, die Beispiele auf der beigelegten CD immer wieder direkt zu konsultieren, damit er daraus ersehen kann, wie die – zuweilen sehr knappen – Code-Schnipsel ins Ganze hinein gehören.
Dieses Kapitel ist ein sehr „langer Wurm“, dessen Struktur beim Lesen oft nicht unmittelbar ersichtlich ist. Für den Leser wäre es meines Erachtens hilfreich, wenn die besprochenen Konzepte (z.B. Nachrichten – Ereignisse – Intents, oder auch Widgets – Views – Fragments u.a.m.) zuerst getrennt von ihrer Anwendung mit all ihren teils verwirrend vielen Details vorgestellt und erklärt würden, beispielsweise in einem eigenen Kapitel. Zudem ist mir beim ersten Lesen auch nicht immer so recht klar geworden, welchem Beispiel auf der CD das gerade Besprochene zuzuordnen ist.
Das vierte Kapitel schliesslich behandelt – und dies zu Recht vom grundlegenden Kapitel 3 getrennt – einige Spezialitäten, welche eher spezifischen Applikationen vorbehalten sind. Auch hier wäre es wünschenswert, wenn die zugehörigen Konzepte zuerst in der Übersicht dargestellt würden, bevor gleich in Anwendungsdetails eingestiegen wird. Allerdings dürfte der Leser nach „überstandenem“ Kapitel 3 sich selber zu helfen wissen und zuerst die Konzepte zusammensuchen, bevor er sich auf die Details einlässt.

Fazit:

Alles in allem ist dieses Buch als „Einführung in Android“ im Selbststudium wärmstens zu empfehlen!
Ausgesprochen schade finde ich, dass das Buch  rein sprachlich ziemlich unsorgfältig aufbereitet wurde: Sätze sind unvollständig oder gehen anders weiter, als sie begonnen wurden. Und auch das – zugegebenermassen eher pedantische – korrekte Setzen von Kommas würde das Verstehen des Inhalts sehr erleichtern, muss man doch des Öftern einen Satz dreimal lesen, um das Gesagte überhaupt korrekt zusammenordnen zu können.

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Veröffentlicht von

Ausbildung als Elektro-Ingenieur ETH, berufsbegleitendes Doktorat in Informatik an der ETH, praktische Arbeit in den Bereichen der Prozess-Automatisierung sowie in Informationssystemen unterschiedlichster Anwendungsgebiete. Permanente Weiterbildung und Forschungsmitarbeit an vorderster Front waren und sind mein persönliches Credo.

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