Apple iPhone 7 Plus im Test: Ein Blick in die Zukunft

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Ich war mit dem iPhone 6s Plus zufrieden letztes Jahr. So zufrieden, dass ich mir dieses Jahr erstmal nicht vorstellen konnte aufs neue iPhone 7 zu wechseln.

Inzwischen habe ich seit knapp 3 Wochen das iPhone 7 Plus und konnte damit einen Blick in die Zukunft von Apple’s Smartphone Plänen werfen. Warum mich dieser Blick überzeugt hat, und warum ich das iPhone 7 Plus nicht mehr hergebe lest ihr in diesem Testbericht.

Schon seit dem ersten iPhone 6 bin ich mit der Plus Variante unterwegs. Der grössere Bildschirm, die bessere Kamera und vor allem die bessere Batterielaufzeit lassen mich zum grösseren Modell greifen.

Dieses Jahr bringt das iPhone 7 Plus neben den genannten Punkten auch noch eine neue Dual-Kamera mit, welche ich euch später genauer vorstelle. Meine Frau hat von mir ein iPhone 7 bekommen, so dass ich beide Modelle vergleichen kann.

Erstmal die technischen Daten des iPhone 7 Plus wie Apple sie angibt:

Display 5,5 Zoll, LED, 1920 x 1080 Pixel, 401 ppi, 1300:1 Kontrast, P3 Farbumfang, 625 cd/m² Helligkeit
Abmessungen und Gewicht 158,2 hoch, 77,9 mm breit, 7,3 mm dick, 188 Gramm
Speicher 32, 128 und 256 GB, nicht erweiterbar
Prozessor A10 Fusion Chip mit 64‑Bit Architektur @ 2,34 GHz, Integrierter M10 Motion Coprozessor
Arbeitsspeicher 3 GB
Kamera 12 Megapixel Kamera mit Weitwinkel- und Teleobjektiv, Weitwinkel: ƒ/1.8 Blende, Teleobjektiv: ƒ/2.8 Blende, 2x optischer Zoom, bis zu 10x digitaler Zoom, OIS, Objektivabdeckung aus Saphirkristall
Videoaufnahme 4K Videoaufnahme mit 30 fps, 1080p HD Videoaufnahme mit 30 fps oder 60 fps, 720p HD Videoaufnahme mit 30 fps, Optische Bildstabilisierung für Video, 2x optischer Zoom, 6x digitaler Zoom, Unterstützung für Zeitlupenvideo in 1080p mit 120 fps oder 720p mit 240 fps
FaceTime HD Kamera 7 Megapixel Fotos, 1080p HD Videoaufnahme, ƒ/2.2 Blende
Akku 2.160 mAh, Drahtlose Videowiedergabe: bis zu 14 Std., Internetnutzung: bis zu 13 Std. mit 3G,  bis zu 13 Std. mit LTE, bis zu 15 Std. mit WLAN
Betriebssystem iOS 10
SIM-Karte Nano-SIM
Lieferumfang iPhone, EarPods mit Lightning Connector, Lightning auf 3,5‑mm-Kopfhöreranschluss Adapter, Lightning auf USB Kabel, Netzteil

Das Design des iPhone 7 kommt einem sofort bekannt vor. Es unterschiedet sich nur in Details vom Vorgänger. Die Antennenstreifen sind nun in den Rand gewandert. Die Kamera ist vom Gehäuse umrandet, steht aber immer noch etwas vor.

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Grösste Änderung von aussen ist der fehlende Mini-Jack Kopfhöreranschluss. Viel wurde im Vorfeld über Apple’s Entscheidung geschrieben, polemisiert und auf Twitter kommentiert. Ich sag euch kurz und knapp was ich davon halte: Ist für mich kein Problem. Habe vor einem Jahr auf Bluetooth Kopfhörer gewechselt und bin damit zufrieden.

Apple legt jedem iPhone 7 einen Adapter bei mit welchem ihr eure analogen Kopfhörer anschliessen könnt. Ich habe das kleine Teil getestet und kann keinen Unterschied im Klang erkennen. Messungen sollen aber ergeben haben, dass die Qualität mit dem Adapter etwas schlechter wurde.

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Der fehlende Port wurde unter anderem dazu benutzt um die Taptic-Engine zu vergrössern. Dieser kleine Vibrations-Motor bringt einige neue Funktionen ins iPhone 7.

homebutton-settingDas iPhone 7 hat nicht mehr einen klassischen Home-Button. Das sieht man diesem zwar nicht an, merkt es aber wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Da passiert nichts wenn ihr drauf drückt. Erst wenn das iPhone 7 läuft funktioniert der Homebutton. Die Taptic-Engine simuliert einen Druck auf den Knopf. Ihr glaubt etwas gedrückt zu haben ohne das sich wirklich etwas bewegt.

Beim seinen Notebooks macht Apple das schon länger. Ich bin dort nie so recht warm geworden mit dieser Simulation. Daher hatte ich einige Bedenken wie sich das iPhone 7 verhält, wenn der ikonische und charakteristische Homebutton umgebaut wird. Das Resultat: Nach einer Stunde hat man sich dran gewöhnt. Es fühlt sich zwar klar anders an, aber man kommt problemlos damit klar.

In dein Einstellungen könnt ihr sogar festlegen wie stark der „Knopf“ vibrieren soll wenn ihr ihn drückt. Ich habe Stufe 3 gewählt, damit vibriert zwar der untere Teil des iPhones, aber ich fühle mich dabei sicherer. Stufe 2 ist dezenter (meine Frau hat ich für diese Einstellung entschieden), bei Stufe 1 merke ich nichts von einer Bewegung.

Die Taptic-Engine lässt sich von Apps aus ansprechen, so das wir hier in Zukunft mit zusätzlichem Vibrationsfeedback rechnen können. Bereits implementiert ist das zum Beispiel bei der Wecker App von iOS 10. Wenn man die Zeit verstellt, vibriert das iPhone 7 und gibt einem das Gefühl an einem echten Zahnrad zu drehen. Fühlt sich perfekt an.

Das neue iPhone 7 ist gegen Wasser und staub abgedichtet. Auch wenn Apple nicht davon spricht, dass es wasserdicht sei, könnt ihr es problemlos abwaschen. Auch wenn ihr mal in einen heftigen Regen kommt könnt ihr das Gerät benutzen.

Apple hat es nach IP67 zertifizieren lassen. Das heisst es könnte 30 Minuten in einem Meter Tiefe überstehen. Apple schliesst aber Wasserschäden von der Garantie aus, also nehmt das Teil besser nicht mit wenn ihr einen Triathlon schwimmen wollt.

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Trotzdem gibt einem das iPhone 7 das Gefühl damit sicherer zu sein als beim Vorgänger. Regen, Schmutz abwaschen oder Wasserspritzer sind absolut kein Problem damit.

Das Display des iPhone 7 kann etwas mehr Farben darstellen als die Vorgängermodelle. Apple nennt ihr den P3 Farbraum. Ich habe im täglichen Gebrauch davon nichts bemerkt, was aber auch daran liegen kann, dass sich meine Augen schon lange an die hervorragenden Displays des iPhones gewöhnt haben. Wer genau wissen will was das Display des iPhone 7 leistet kann das bei Display Mate in aller Ausführlichkeit nachlesen.

Apple hat auch die Speicherkapazität erweitert. Das unsinnige 16 GB Modell gibt es zum Glück nicht mehr. Es geht gleich bei 32 GB Speicherkapazität los. Daneben gibt es noch 128 GB und 256 GB. Wer ganz knausrig ist, kann zum Basismodell greifen.

Ich empfehle gleich zum 128GB Modell zu greifen. die Kamera kann 4k Videos aufnehmen welche massig Platz brauchen. Mit 128 GB kann man auch mal ein paar Spielfilme aufs Gerät laden um diese später dann ohne Netzzugang anschauen zu können.

Eine der wichtigsten Funktionen moderner Smartphones ist die Kamera. Hier hat Apple einiges erneuert beim iPhone 7. Beide Modelle verfügen jetzt über einen optischen Bildstabilisator, dies war vorher dem grösseren Plus-Modell vorbehalten gewesen.

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Die Kamera verfügt neu über eine ƒ/1.8 Blende womit viel mehr Licht auf den Sensor fällt als vorher. Die Fotos des von mir getesteten iPhone 7 Plus sind klasse. Das waren sie aber auch schon beim iPhone 6s Plus welches ich vorher im Einsatz hatte.

Das iPhone 7 Plus hat aber mit der zweiten Linse einen Trumpf im Ärmel welchen ich in den letzten Wochen super praktisch fand. Die zweite Kamera dient als Zoom. In der Kamera App könnt ihr nahtlos zwischen den beiden Kameras hin und her wechseln.

Hier ein Beispiel mit der normalen Kamera:

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Und hier mit dem 2fach Zoom der zweiten Kamera:

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Ihr könnt damit also näher an Objekte heran ohne den digitalen Zoom nutzen zu müssen. Dieser ist immer noch vorhanden, macht aber die Bilder nach wie vor nicht besser. Man verliert massiv an Schärfe wenn man weiter als 4x ins Bild zoomt.

Trotzdem sehe ich immer wieder Leute welche mit „Pinch-to-Zoom“ ihre Fotos vergrössern bevor sie mit dem iPhone Aufnahmen machen. Die zweite Kamera des iPhone 7 Plus bringt nun einen echten Zoom ohne das die Bildqualität darunter leidet. In diesem Google Photos Album findet ihr weitere Aufnahmen des iPhone 7 Plus in voller Auflösung.

Hier noch einmal ein Beispiel, aufgenommen im Zoo Basel:

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Und hier mit dem 2x Zoom etwas näher an die Giraffen:

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Die zweite Kamera kann aber in Zukunft noch mehr. Apple arbeitet daran eine speziellen Portrait Modus einzubauen. Dann wird die zweite Kamera benutzt um Tiefeninformationen zu liefern mit welcher der Apple Bild-Chip dann den Hintergrund unscharf stellt, wie man das von Spiegelreflex Kameras kennt.

iOS 10.1 ist bisher nur als Beta Version erhältlich, dort ist der neue Portrait Modus schon drin. Das sieht dann so aus:

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Schade das Apple diese Funktion nicht von Anfang an drin hatte. Ich rechne aber mit einer Verfügbarkeit von iOS 10.1 in den nächsten Wochen.

Was ist denn jetzt die Zukunft mögt ihr euch Fragen. Ich sehe im iPhone 7 eine Art Übergangs-Modell. Man kann davon ausgehen, dass Apple nächstes Jahr grössere Änderungen im iPhone 8 implementiert. Die Gerüchteküche spricht zum Beispiel davon, dass der Homebutton dann komplett im Bildschirm integriert werden könnte.

Die neue Kamera zeigt was Hardware und Software aus dem gleichen Hause leisten kann. Der A10 Fusion Chip ist rasend schnell. Nicht das das iPhone 6s Plus vorher langsam gewesen wäre, aber wenn ich das neue iPhone daneben legen fällt der Unterschied sofort auf. Im Geekbench schlägt sich das dann in folgenden Zahlen nieder:

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Links das iPhone 6s Plus, rechts das iPhone 7 Plus.

Wie sieht es mit der Batterielaufzeit aus ? Apple versprach hier 2 Stunden mehr beim iPhone 7 und eine Stunde plus beim grossen Modell. Allzu viel habe ich davon nicht mitbekommen. Ich bin aber auch ein Dauer-Onliner welcher fast alles mit dem iPhone macht. Neben den vielen Apps welche ich immer wieder brauche, telefoniere ich auch gern und viel.

Meine Frau meinte ihr iPhone 7 halte deutlich länger das das iPhone 6 welches sie vorher besass. Allgemeine Aussagen zur Akkulaufzeit sind immer schwierig. Zu viel hängt von eurer persönlichen Nutzung ab. Geht einfach mal davon aus, dass ihr mit dem iPhone 7 Plus problemlos durch den Tag kommt.

Wenn es dann ans Aufladen geht kommt mein erster echter Kritikpunkt der neuen Geräte: Kein Fast-Charge. Neuere Samsung Geräte lade ich in 30 Minuten von 0 auf mindesten 50% auf. Schnell mal kurz ein paar Minuten Aufladen und ihr habt wieder Saft für ein paar Stunden. Leider nicht so beim iPhone 7. Da dauert eine Ladung seine Zeit.

Fazit:

Wie immer bei einem neuen iPhone ist das aktuellste Modell klar besser als die Vorgänger. Fragt sich nur wer 800 bis 1100 Schweizer Franken dafür ausgeben möchte. Wer ein iPhone 6 oder älter hat, der kann (sofern er soviel Geld auszugeben bereit ist) bedenkenlos zum iPhone 7 greifen. Wer sich letztes Jahr ein iPhone 6s geholt hat muss nicht unbedingt upgraden.

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Das iPhone 7 Plus weiss mit seiner Doppelkamera voll und ganz zu überzeugen. Diese neue Kamera allein macht das Plus Modell noch einmal deutlich attraktiver. Das „kleine“ iPhone 7 besticht vor allem durch die verbesserte Akkulaufzeit und die Kamera profitiert hier vom Bildstabilisator welcher vorher gefehlt hat.

Machen wir uns nichts vor. Moderne Smartphones sind inzwischen so gut das ihr sie problemlos 3 bis 4 Jahre nutzen könnt ohne grosse Komforteinbussen. Das iPhone 7 und vor allem das iPhone 7 Plus sind faszinierende Geräte welche über enorm viel Power und Funktionen verfügen. Wer es sich leisten kann sollte zuschlagen.

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