Libyen blockiert das Internet und Bit.ly hat ein Problem

Diese Woche hat Libyen, wegen den wachsenden Protesten, damit begonnen Facebook, Twitter und andere Social Media Seiten zu blockieren. Ähnlich wie in Ägypten vor 2 Wochen wurde für ein paar Stunden auch das Internet komplett abgeschaltet.

Nun fragen sich immer mehr Leute welche Effekte das auf Webseiten, welche die Libysche Länderdomain .ly benutzen, haben könnte. Allen voran natürlich der bekannte und sehr verbreitete Link Verkürzer Bit.ly

Der Name Bit.ly wird von 5 Root DNS Server gehostet:

dns.lttnet.net – Libya
ns-ly.ripe.net – UK
dns1.lttnet.net – Libya
auth02.ns.uu.net – US
phloem.uoregon.edu – US

Da nur einer direkt in Libyen steht würde eine Abschaltung erstmal aufgefangen durch die anderen Server. Die TTL liegt momentan bei 28 Tagen (SOA expiry TTL is 2419200 seconds), dass heisst es würde 28 Tagen funktionieren bevor es zu Problemen kommt. Da aber die Domain .ly in den Händen von Oberst Gaddafi liegt, könnte er eine Löschung der Domain bezw. einzelner Namen veranlassen, welcher die anderen Root Server Betreiber dann nachkommen müssten. Es wäre also für Libyen nicht sehr schwer bit.ly abschalten zu lassen.

Bit.ly hat bereits reagiert, so empfiehlt CEO John Borthwick seine andere Domain j.mp zu benutzen:

Should Libya block Internet traffic, as Egypt did, it will not effect http://bit.ly or any .ly domain.

For .ly domains to be unresolvable the five .ly root servers that are authoritative *all* have to be offline, or responding with empty responses. Of the five root nameservers for the .ly TLD: two are based in Oregon, one is in the Netherlands and two are in Libya.

At http://bit.ly will continue to do everything we can to ensure we offer our users the best service we possibly can. That includes offering options around which top level domain you use. Many users choose to use http://j.mp/ as an alternative to http://bit.ly, given that it is shorter. Moreover, any http://bit.ly link can be re-written as a j.mp link by simply replacing the domain.

Auch andere welche .ly Domains verwenden reagieren, so zum Beispiel Rich Pearson VP Marketing von Posterous.com, er schrieb über Twitter:

we will soon be changing to new short URL so you shouldn’t have to worry”

Sie brauchen momentan Post.ly als URL Verkürzer.

Fazit:

Domains aus unsicheren Ländern, wie Libyen oder Kolumbien (.co Domain) sind ein Risiko. Egal wie gut die Backups laufen, liegt die Verantwortung letztendlich in den Händen der Mächtigen dieser Ländern. Wenn diese wollen können sie so eine Domain, und damit das Geschäftsmodell einer Firma wie bit.ly sehr schnell offline schalten.

9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. „unsichere“ Länder. Klingt wie eine Blick Schlagzeile. Die jetzige Krise ist eine Ausnahme und lässt sich wohl kaum in eine Risikoschätzung einbinden, sofern alle Regeln beachtet werden, die der Registrar rausgibt.

  2. Glaube nicht das die jetzige Krise eine Ausnahme darstellt. In Ländern mit totalitären Regimen kannst Du nie sicher sein was passiert.
    Daher sind solche Länder und damit auch die TLD dieser Länder ein Risiko für jedes Business.

  3. Ich glaube nicht, dass der gadaffi sich da an irgendwelche regeln hält, wenn dem was nicht passt macht er das dicht, und Ruhe ist…
    Können wir nur auf ein zweites Ägypten hoffen;-)

  4. klar, aber der Herr ist auch nicht so technisch bewandert, dass er wirklich weiss, was mit seiner Domain abläuft. Und ich glaube auch nicht, dass es die Regierung tut, solange nicht Inhalte gegen die Regierung veröffentlicht werden. Immerhin spielt Geld immer noch die grösste Rolle.

    Und als ob sich das Regime um einen URL shortener oder ähnliches kümmert. Die montenegro Domain .me wird nun auch verschleudert, obwohl vor ein paar Jahren noch „montenegro only“ die Regel war. Wo Geld fliesst, ist ein Weg. Und das jetztige .ly Domains von Ausserhalb darunter leiden, liegt an der Krise und nichts anderem. je nachdem, wie viel ins Netz rausläuft und per bit.ly gekürzt wird denkt sich die Regierung natürlich, bit.ly sei auch ein potenzieller Feind, da sich die Leute damit bedienen, auch kritische Inhalte damit zu kürzen.

    Vorher war davon ja nie wirklich die Rede (ausser ein kurzer Artikel von bit.ly, aber das scheint sich hinterher ja erledigt zu haben).

    • Wir sprechen eigentlich schon vom Gleichen:

      In solchen Ländern kann es eben jederzeit zu einer Krise kommen. Die sind viel weniger stabil als Europa oder die USA. Und wenn es dann dazu kommt, weiss niemand so recht was dann mit der TLD passiert.
      Wenn Gaddafi (der sicher keine Ahnung vom Internet hat) erfährt das über bit.ly regierungskritische Links gekürzt werden, dann lässt es das unterbinden PUNKT! Und darunter leiden dann halt alle welche so eine Domain brauchen

  5. Ich kann da dam Jean-Claude nur zustimmen, eine .ch oder auch .de Domain ist auf jeden Fall sicherer als eine .ly Domain, gerade wenn ein Gaddafi, der doch sehr vorschnelle Entscheide macht, keine Ahnung hat, aber hört, dass hier „brisantes“ Material mit diesem komischen bit.ly verlinkt (oder wie auch immer) werden, dann wird er wohl nicht lange zögern, diese zu sperren. Auf jeden Fall bin ich lieber mit meine eigenen URL-Shortener bei einer (mehr oder weniger) sicheren .ch Domain und auf einem Schweizer Server als bei einer Libyschen Domain.

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