Test MacBook Pro 15“ mit Touch Bar – Apple’s eigener Weg

Apple geht mit den neuen MacBooks mit Touch Bar einen eigenen Weg. Ob dieser Sinn macht, und wie sich die kleine OLED Leiste im Vergleich zu einem Touchscreen schlägt, kläre ich in diesem Testbericht.

Dazu habe ich von Apple ein MacBook Pro 15“ erhalten. Das von mir getestete Gerät hat folgende Spezifikationen:

Quadcore Intel Core i7 2.7 Ghz

16 GB LPDDR3 RAM mit 2133 MHz

512 GB SSD

Radeon Pro 455 mit 2 GB GDDR5 Speicher

Intel HD Grafik 530

Natürlich ist das MacBook Pro mit der neuen Touch Bar ausgestattet und um diese geht es in diesem Testbericht vor allem.

Das 15 Zoll MacBook Pro kommt in einer schlichten, weissen Verpackung. In inneren finden sich ein Ladegerät und ein USB Typ-C Kabel. Leider fehlt die übliche Kabelverlängerung, so dass man weniger weit weg von der nächsten Steckdose sitzen kann als früher.

Finde ich etwas kleinlich von Apple diesen praktischen Adapter nicht bei zu legen. Apple hat mir übrigens zwei Thunderbolt 3 Adapter mit gegeben, welche ich im Testzeitraum von 14 Tagen nie benutzt habe. Ich bin eher der „Wireless-Typ“ daher sehe ich die Adapter Problematik bei den neuen MacBook Pro Modellen eher entspannt.

Das neue, flache Design hat mir schon beim kleinen MacBook Pro mit 13 Zoll sehr gut gefallen. (hier geht’s zu meinem Testbericht des Modells ohne Touch Bar). Die Modelle mit Touch Bar verfügen über vier Thunderbolt 3 Anschlüsse an welche sich auch USB Typ-C Geräte anschliessen lassen.

Ich bin ein grosser Fan dieses neuen Standards. Einerseits kann das MacBook Pro damit verschiedenste Peripheriegeräte wie hochauflösende Bildschirme, externe Speicher und vieles mehr ansprechen. Andererseits lässt sich das Notebook an jedem der vier Ports aufladen.

Ich habe zum Beispiel immer eine Powerbank von Anker dabei. Mit dieser kann ich das MacBook Pro unterwegs nun einfach aufladen auch wenn gerade keine Steckdose in der Nähe ist. Genial!

 

Das grosse MacBook Pro verfügt über ein gigantisches Touchpad. Es ist doppelt so gross wie beim Vorgänger und zieht, neben der Touch Bar, die Blicke auf sich. Auch wenn man beim Schreiben mit den Handballen auf dem Touchpad liegt kommen Fehlbedienungen praktisch nicht vor. Die macOS-eigenen Gesten funktionieren auf der grossen Fläche aber perfekt.

Apple positioniert das 15 Zoll MacBook Pro klar als Profi-Maschine. Im Vorfeld wurde viel darüber diskutiert ob das berechtigt sei oder nicht.

Ich habe das Gerät mit der Nutzung von Photoshop und Final Cut Pro versucht ans Limit zu bringen. Selbst bei 4K Videos blieb das MacBook Pro ruhig und man merkte kaum, dass hier einige Pixel herumgeschoben werden müssen.

Youtube Tech Reviewer MKBHD hat bekannt geben, dass er seinen 3 Jahre alten MacPro gegen ein vollausgestattetes MacBook Pro tauschen wird um herauszufinden ob das Notebook seinen Ansprüchen genügt. Dabei muss man wissen, dass MKBHD seine Videos in 8K mit einer Kamera von RED aufzeichnen und das Material dann für Youtube herunterrechnet. Durchaus Profi-Anforderungen würde ich meinen.

Ein Problem für einige wenige Nutzer könnte die maximal mögliche RAM-Ausstattung von 16 GB sein. Vor allem wer zum Beispiel Windows in einer virtuellen Umgebung nutzen möchte, könnte damit an die Speichergrenze stossen.

Super schnell ist die verbaute SSD. Diese ist fast doppelt so schnell wie beim direkten Vorgänger und brachte meinen SSD-Speedtest ans Limit.

Auch der Bildschirm des neuen MacBook Pro ist viel heller als der Vorgänger und unterstützt nun auch den erweiterten Farbraum P3.

Das eigentliche Highlight und die grösste Neuerung ist die Touch Bar, ein OLED-Touchscreen oberhalb der Tastatur welcher die Funktionstasten ersetzt.

Die Touch Bar ändert je nach eingesetztem Programm ihre Oberfläche. Die Idee dahinter ist es kontextbezogene Informationen und Funktionen anzuzeigen.

Die Touch Bar ändert sich ständig, was anfänglich etwas ungewohnt ist. Hat man sich aber mal an den kleinen Touchscreen über der Tastatur gewöhnt, kann man damit sehr komfortabel arbeiten.

Ich habe die Touch Bar vor allem beim Surfen in Safari, beim Videoschnitt in Final Cut Pro und bei der Bildbearbeitung in Pixelmator Pro schätzen gelernt.

Noch unterstützen nicht alle Programme die Möglichkeiten der Touch Bar. Viele App Hersteller haben aber ihre Unterstützung versprochen. So wird es von Adobe ein Update für die Creative Suite geben, Microsoft wird seine Office Programm ebenfalls anpassen.

Ich finde die Touch Bar genial. Macht in meinen Augen vielmehr Sinn so eine kleine Leiste oberhalb der Tastatur zu haben, als gleich auf dem ganzen Bildschirm herum zu drücken wie das bei Windows 10 der Fall ist.

In die Touch Bar integriert ist auch der Touch-ID Sensor, welchen man ja schon vom iPhone kennt. Er funktioniert rasend schnell und die Einrichtung geht leicht von der Hand.

Die Möglichkeiten der Touch Bar stehen und fallen natürlich mit der notwendigen Unterstützung durch Apps. Auch Apple hat hier seine Hausaufgaben noch nicht ganz gemacht. So unterstützt zum Beispiel bisher Final Cut Pro die Touch Bar, nicht aber iMovie.

Je mehr Programme gewisse Funktionen auf die Touch Bar auslagern, desto mehr Sinn macht diese. Ich rechne damit, dass die wichtigsten Programme hier in nächster Zeit ein Update anbieten werden.

Fazit:

Das MacBook Pro 15 Zoll ist ein schnelles, schickes und hervorragend verarbeitetes Notebook. Es überflügelt seine direkten Vorgänger in jeder Hinsicht, leider auch im Preis. Dieser ist etwas gestiegen. Das 15 Zoll Modell kann ab 2699 Franken bestellt werden, und für die von mir getestete Konfiguration werden bei Apple 3149 Franken fällig.

In diesem Video erkläre ich (auf Mundart) die Funktionen der Touch Bar detailliert.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • Weil das Ersetzen der gesamten Tastatur durch eine druckempfindliche OLED-Fläche haptisch keinen Sinn macht und die meisten professionelle Anwender, die durchaus in der Lage sind blind zu tippen, nicht weiter im 10-Finger-System tippen könnten.

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