Test Apple iPhone X: Willkommen in der Zukunft

Es gibt sie noch, die besonderen Momente im Leben eines Tech-Journalisten. Als Apple das iPhone X vorstellte fühlte ich mich ein wenig an 2007 zurück erinnert. Damals kam mit dem ersten iPhone etwas komplett neues welches die Mobilfunkindustrie umwälzen sollte.

Auch wenn das iPhone X nicht ganz so revolutionär daher kommt wie das Ur-iPhone, bringt es einige Neuigkeiten mit welche, meiner Meinung nach, den Vergleich mit der Revolution von 2007 nicht zu scheuen brauchen.

Ich nutze das iPhone X nun schon seit rund 2 Monaten. Wer meinen Testbericht zum iPhone 8 Plus gelesen hat weiss, wie gerne ich das grosse Phablet im Einsatz hatte. Das iPhone X wollte ich trotzdem nach 5 Minuten nicht mehr aus der Hand geben. Warum das so ist lest ihr in diesem Testbericht:

Technische Daten

Im iPhone X steckt ähnliche Technik wie im iPhone 8 Plus. Alle Details dazu gibt es bei Apple. Die Dualkamera wurde verbessert und hat nun auch bei der zweiten Linse eine optische Bildstabilisation eingebaut.

Auch wenn der verwendete A11 Bionic Chip der gleiche ist wie beim iPhone 8 wurde das Motherboard komplett neu entworfen, der Akku ist sogar in zwei Teilen verbaut. Schön zu sehen bei iFixit welche das iPhone X auseinandergenommen haben.

Design wie es sein sollte

Das iPhone X ist eines dieser fast randlosen Smartphones welche im Jahr 2017 so populär wurden. Ich liebe es! Der Bildschirm füllt praktisch die ganze Fläche was eine neue Art der Bedienung nötig macht (beschreibe ich etwas weiter unten). Auch wenn das randlose Design fast ein wenig futuristisch aussieht, erinnert das iPhone X ein wenig ans erste iPhone mit seinen Rändern aus Edelstahl.

Gerade beim iPhone X in silber fällt mir dies immer wieder auf. Beim schwarzen Modell etwas weniger, da die Ränder hier wie die Hinterseite ganz schwarz sind.

Wegen dem neuen Seitenverhältnis müssen Apps ans iPhone X angepasst werden. Nach zwei Monaten kommen praktisch alle Apps welche ich täglich nutze mit dem iPhone X klar. Eine unrühmliche Ausnahme ist Google Inbox welche immer noch oben und unten schwarze Ränder anzeigt.

Der Bildschirm den ich mir 10 Jahre gewünscht habe

Ja so ein OLED Panel ist eine schöne Sache. Im Gegensatz zu den vorherigen iPhone Modellen verfügt das iPhone X nicht mehr über eine LCD Panel sondern einen OLED Bildschirm. Während Samsung hier seit Jahren den Ton angibt, zeigt Apple beim Bildschirm des iPhone X (welcher von Samsung gebaut wird) was man neben knalligen Farben und tiefem Schwarzwert sonst noch so machen kann.

Während die Samsung Smartphones mit ihrem Bildschirm immer ein wenig angeben hält sich Apple bei der Kalibrierung des Panels vornehm zurück. Die Farben wirken viel natürlich als bei der Konkurrenz aus Südkorea. Dank dem fantastischen Schwarzwert sieht man die „Notch“ bei deaktiviertem Bildschirm überhaupt nicht.

Bye bye Touch ID – Gesten die ich liebe

Kein Fingerabdrucksensor und damit auch kein Home Button. Diese Nachricht musste man als jahrelanger iPhone Benutzer erstmal verdauen. Durch den Wegfall des Home Buttons lässt sich das iPhone X perfekt über Gesten bedienen.

Nach 2 Monaten Nutzung bin davon überzeugt, dass diese geänderte Bedienung das eigentliche Highlight des iPhone X ist. Von unten nach oben Wischen führt zum Homescreen zurück. Lässt man den Finger noch auf dem Bildschirm wird der App Switcher eingeblendet. Streicht man die kleine Leiste unten nach rechts wechselt man zwischen den verwendeten Apps.

Das funktioniert völlig intuitiv und führte nach kurzer zeit dazu, dass ich sowohl am iPad wie auch bei Android Smartphones ständig hin und her wische weil ich die Bedienung des iPhone X gewöhnt bin.

Face ID – Bitte lächeln

Das iPhone X wird mit Face ID entsperrt. So nennt Apple seine neuartige Gesichtserkennung. Sie funktioniert inzwischen perfekt. Anfänglich muss das System erst noch lernen wie ih z.B. mit Brille oder Schal aussehe, nach kurzer Zeit erkannte mich mein iPhone X aber problemlos.

Über die Festtage habe ich mir einen Bart wachsen lassen was das System überhaupt nicht verwirrt hat. Als ich diesen Anfang Januar wieder weg hatte wollte das iPhone X beim ersten entsperren den Passcode wissen. Danach hatte es mein neues Outfit wieder gelernt.

Der grosse Vorteil von Face ID ist, dass es praktisch immer klappt. Auch wenn meine Finger nass sind, ich gerade am Kochen bin oder mein Fingerabdruck dreckig und dadurch unleserlich, die Gesichtserkennung hat damit keine Probleme.

Nach über 8 Wochen Dauerseinsatz kann ich sagen, dass dich bei den Touch ID Modellen viel öfter den Code eingeben musste weil mein Fingerabdruck nicht gelesen werden konnte als bei Face ID.

Die beste Smartphone Kamera bisher

Die Kamera des iPhone X entspricht fast derjenigen des iPhone 8 Plus. Beim iPhone X wurde aber auch die zweite Linse bildstabilisiert dazu ist sie lichtstärker. Das merkt man vor allem beim Portraitmodus welcher nun auch bei schwierigen Lichtbedingungen gute Ergebnisse erzielt.

Überhaupt gehört die Kamera des iPhone X zu den besten auf dem Markt. Anbei habe ich euch ein paar Fotos in voller Auflösung gespeichert: Google Fotos iPhone X Sample

Akkulaufzeit – Einmal drahtlos Tanken bitte

Natürlich kann das iPhone X auch drahtlos geladen werden. Das ist praktisch und funktioniert problemlos. Die Akkulaufzeit liegt zwischen dem iPhone 8 und dem iPhone 8 Plus. Ich war aber eher überrascht wie lange das iPhone X mit einer Akkuladung auskommt. Es kann das grössere iPhone 8 Plus Modell zwar nicht ganz erreichen kommt aber nahe dran, was angesichts des kompakteren Gehäuses erstaunlich ist.

Der Vergleich zum iPhone 8 Plus – Ungleiche Brüder


Die Entscheidung zwischen dem iPhone 8 Plus und dem iPhone X ist ein wenig dieEntscheidung zwischen dem altbewährten Design und der bekannten Funktionalität und dem Wagnis die Zukunft des iPhones zu entdecken.

In ein bis zwei Jahren werden alle iPhone Modelle mit Face ID und Gestensteuerung daher kommen. Bis dann ist das iPhone X das Modell der Zukunft, was das iPhone 8 Plus aber nicht schlecht macht. Der Vorteil des grossen iPhones ist der etwas tiefere Preis, die bessere Unterstützung des Querformats und der grössere Bildschirm bei Videos, welche noch nicht an das neue Format des iPhone X angepasst sind.

Auch wenn ich seit dem iPhone 6 Plus immer die grossen iPhone Modelle im Einsatz hatte, habe ich mich schnell an das „kleine“ Format des iPhone X gewöhnt. Trotzdem wünsche ich mir für dieses Jahr ein iPhone X Plus.

Fazit:

Das iPhone X ist ein beeindruckendes Smartphone zu einem beeindruckenden Preis. Wer bereit ist den zu bezahlen bekommt das zurzeit beste Smartphone-Display, eine fantastische Kamera, welche praktisch immer hervorragende Bilder schiesst, und mit Face Id die Zukunft der Authentifizierung.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Wo ich auch stark beeindruckt bin ist die Qualität der Fotos. Ich wechselte vom iPhone 6 auf das iPhone X. Dies ist wie Tag und Nacht. Meine kleine SONY Kompaktkamera habe ich nun definitiv in den Ruhestand geschickt.

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